Die grausame Gewalttat von Hanau und die gegenwärtigen Geschehnisse in unserem Land erfordern es, dass ich hier in meinem Blog Stellung dazu beziehe: Es macht einfach nur sprachlos, wenn man die Meldung erhält, zu welch abscheulicher Tat ein Mensch aus rassistischen Beweggründen fähig ist. Wie krank muss ein Mensch sein, um andere aufgrund eines Rassedenkens einfach so zu ermorden? Das ist doch unvorstellbar!
Das Morden muss sofort ein Ende haben!
Aber unvorstellbar ist es mittlerweile leider nicht mehr, gehört es doch vielmehr fast schon zu einem der „vielen Übel“, mit denen wir gefühlt das ganze Jahr über zu kämpfen und zu leben haben. Hier sterben Menschen, da sterben Menschen. Hier Krieg, da Krieg. Hier Dürre, da Feuer und Erdbeben… Aber halt, stop. Wir dürfen nicht gleichgültig werden solchen Geschehnissen gegenüber und denen, die uns direkt angehen, da sie quasi vor unserer Haustüre passieren, wie Hanau. Ich finde es wichtig, wenn aufgrund der Geschehnisse vom 19.02.2020 in Hanau ein ordentlicher Aufschrei durch unser Land geht und hoffentlich auch weit darüber hinaus. Denn hier ist Schluss: Das Morden muss sofort ein Ende haben! Und damit das hoffentlich auch schnell gelingt, muss sich etwas grundlegendes in unserem Denken verändern.
Wir müssen alle mal wieder unsere Schubladen aufräumen
Nicht erst in unserer Sprache oder in unserem Tun muss eine Veränderung her, sondern in unserem Schubladendenken. Ich meine damit die vielen unzähligen Schubladen in unseren Köpfen, die wir ständig auf und zu machen, wenn wir auf andere Menschen treffen, sie beobachten oder sprechen hören. Meistens bedient sich unser Gehirn der vielen Schubladen, ohne es zu merken. Und wenn die Schubladen erst einmal voll sind, dann gibt es sogenannte Trigger, die manchmal dafür sorgen, dass alle Schubladen auf einmal geöffnet werden und der ganze Schrank, also unser Gehirn, völlig verrückt spielt und nicht mehr vernünftig nachdenken und urteilen kann. Hast du auch so viele Schubladen in deinem Kopf? Eine für die Engländer, die Holländer, für die Türken oder Araber? Eine für die Deutschen, die Schweizer, die Bänker, die Pfarrer, die Linken, die Rechten, die Schwarzen, die Weißen, die Dicken, die Kleinen,…
Wie an den verschiedenen rechtsterroristischen Gewalttaten des letzten Jahres eindeutig zu erkennen ist, herrscht in vielen Köpfen unseres Landes Zukinftsangst und ordentlich Ablehnung oder sogar Hass gegen Menschen mit unterschiedlichen Wurzeln in ihrer Identität.
Und dagegen können wir alle gemeinsam eines tun, nämlich nicht denjenigen unsere Stimme geben, die Angst und Hass verbreiten. Und selber versuchen unsere Schubladen, die wir vermutlich nicht so schnell abschaffen werden, nicht mit Hass und Anschuldigungen zu füllen, sondern mit Liebe und Vergebung. Da kommt nun ganz am Ende meiner Gedanken heute mein Glaube mit ins Spiel: Die Liebe ist stärker als der Tod und ist das, was unsere Welt zusammenhält.

Achja, und gegen die Angst hilft nur eines: konsequent die Freundeskreise, Vereine, Social Media-Seiten , Internetforen oder Parteien meiden, die uns tagtäglich weis machen wollen, wie gefährlich und wie schlimm es „da draußen“ zugeht und wie düster die Zukunft aussieht. Das Einzige, was durch den Umgang mit solchen Menschen und Meinungen düster wird, sind die eigenen Gedanken, Gefühle und Ängste, nicht aber die Zukunft selber. Denn die Zukunft in unserem Land gestalten viele schlaue und optimistische Menschen, die Werte wie Respekt, Freiheit und Würde hochhalten und nicht Ablehnung, Wut und Hass.
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